fly1_2015Auch in diesem Jahr hat ein unabhängiger Vorbereitungskreis Veranstaltungen rund um den 70. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung organisiert.

In drei Veranstaltungen möchten wir uns mit den Themen Gedenkpolitik und visuelle Darstellung der Shoah, Widerstand und Zwangsarbeit nähern.

 

Workshop „Der Holocaust im Comic: Das richtige Medium zur Darstellung des NS-Terrors?“
24. Januar 2015 – 11–15 Uhr – Großer Seminarraum in FreiLand
Der Comic „Maus“ (1980) von Art Spiegelman markierte in zweierlei Hinsicht einen Umbruch. Zum einen stellte er zeichnerisch dar, was vor ihm nur wenige gewagt hatten, zum anderen begründete er das Format der Graphic Novel. Seit zwei Jahrzehnten erscheinen immer mehr Comics und Graphic Novels über historische Ereignisse und Persönlichkeiten, auch staatliche Behörden versuchen über dieses anscheinend jugendgerechte Format erzieherische Ziele zu verfolgen.
Im Workshop werden wir uns dem Holocaust im Comic auf drei Ebenen nähern:
als Teil der Geschichtskultur, als Kunstwerk und als Lernmedium. Dies soll anhand der Beispiele „Master Race“ (1955) von Bernard Krigstein, „Maus“ (1980 – 1991) von Art Spiegelman, „X-Men: Magneto Testament“ (2008/2009) von Greg Pak und „I got rhythm“ (2014) von Caroline Gille und Niels Schröder geschehen.

 

Film – Flucht aus Sobibór
26. Januar 2015 – 20 Uhr – []KUZE-Theatersaal
Polen im Herbst 1943: Die Tötungsmaschinerie der Nazis hat ihren Höhepunkt erreicht und Tag für Tag treffen neue Judentransporte im Vernichtungslager Sobibór ein. Der Großteil der neu angekommenen Häftlinge wird sofort in der Gaskammer ermordet. Lediglich ein kleiner Teil der männlichen Gefangenen wird verschont und diversen Arbeitsgruppen zugeteilt, die zum Teil auch mit der Verbrennung der Leichen beauftragt werden. Da die Männer wissen, dass ihnen früher oder später das gleiche Schicksal bevorsteht, planen sie unter der Führung des Rotarmisten Alexander Pechersky (Rutger Hauer) eine Revolte gegen die Lagerbesatzung, die in eine groß angelegte Massenflucht münden soll.

 
27. Januar 2015 – 18 Uhr – Platz der Einheit
An diesem Tag wollen wir am Platz der Einheit und anschließend am Bassinplatz an die Befreiung von Auschwitz erinnern.

 

Führung durch das Museum „Blindenwerkstatt Otto Weidt“
28. Januar 2015 – 18 Uhr – Treffpunkt Hbf Potsdam 16.45 Uhr
In den Räumen der Ausstellung beschäftigte der Kleinfabrikant Otto Weidt während des Zweiten Weltkrieges hauptsächlich blinde und gehörlose Juden.
Verschiedene Lebensgeschichten berichten von Otto Weidts Bemühungen, seine jüdischen Arbeiterinnen und Arbeiter vor Verfolgung und Deportation zu schützen. Als die Bedrohung immer größer wurde, suchte er für einige von ihnen Verstecke. Eines davon befand sich in den Räumen des heutigen Museums.
Während der Führung werden wir anhand von persönlichen Dokumenten wie Briefen, Gedichten und Fotografien das eindringliche Bild einer ständig von Verfolgung und Deportation bedrohten Lebenssituation nachgezeichnet bekommen. Zugleich werden die mutigen Versuche der jüdischen Angestellten dargestellt, ihren Verfolgern zu entkommen, wie auch die dabei unerlässliche Hilfe Otto Weidts.
(Fahrtkosten werden übernommen, Eintritt frei)

Adressen: FreiLand (Friedrich-Engels-Str. 22, Haus 1), []KUZE (Hermann-Elflein-Str. 10)

Flyer für die Veranstaltungsreihe
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